4 Gründe, sich das Sichern nicht von Freunden beibringen zu lassen

Du spielst mit dem Gedanken, mit dem Klettern anzufangen? In Deinem Freundeskreis gibt es bereits einige Leute, die schon klettern? Warum also nicht einfach mit den Freunden klettern gehen und sich von ihnen das Sichern beibringen lassen? Immer wieder beobachten wir in der Halle, dass sich blutige Anfänger*innen für genau diesen Weg entscheiden und auf einen Kletterkurs verzichten. Und gerade weil wir das so oft beobachten, wollen wir hier gerne vier Gründe nennen, warum das keine so gute Idee ist. „Na klar, eine Kletterschule will ja auch Geld verdienen…“ denkt ihr euch jetzt? Das stimmt natürlich. Aber wenn ihr die Gründe gelesen habt, werdet ihr uns vielleicht zustimmen können, dass es uns vor allem um eure Sicherheit und um die Sicherheit im Klettersport als Ganzes geht. Als Kletterschule, als Klettertrainer*innen und als ambitionierte Kletter*innen setzen wir uns für eine Vision ein: 0% Unfälle beim Klettern. Und beim Sichern lernen gibt es aus unserer Sicht einen großen Hebel…

Kletterkurse München

#1 Eigene Erfahrung vs. Auseinandersetzung mit der Thematik

35 Jahre Erfahrung beim Klettern und Sichern. Wenn das nicht überzeugend klingt? Ja, vermutlich hat Dein Kumpel oder Deine Freundin in dieser Zeit viel eigene Erfahrung gesammelt, die eigenen Reflexe geschult und einiges an Wissen angesammelt. Vielleicht kann sie oder er richtig gut sichern. Doch weiß er auch, was sich in den letzten 35 Jahren in Punkto Sicherheitsforschung getan hat? Das Wissen, was er vielleicht damals in einem Kurs gelernt hat, ist genauso alt wie seine Erfahrung. Als Trainer*innen besuchen wir in regelmäßigen Abständen Fortbildungen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Und: Wir veranstalten regelmäßige Teamworkshops, um uns mit sicherheitsrelevanten Themen auseinanderzusetzen. Wir setzen uns mit den aktuellen Lehrmeinungen auseinander, schulen die empfohlenen Sicherungsgeräte und Methoden, die wir ausführlich weiterentwickelt und immer wieder getestet haben. Als Anfänger*in ist es für Dich unmöglich, zu beurteilen, ob das, was Du gezeigt bekommst, dem aktuellen Stand der Sicherheitsforschung entspricht. Deshalb solltest Du lieber auf geschulte Trainer*innen vertrauen. Sicherlich freut sich dein Kumpel oder Deine Freundin, Dir im Anschluss an Deinen Kletterkurs zahlreiche Tipps zu geben, um Deine Klettertechnik zu verbessern!

#2 Kleine Fehler, große Wirkung

Selbst wenn Dein Freund oder Deine Freundin das Sichern in einem guten Kurs gelernt hat: Wie kannst Du sicher sein, dass sich mit der Zeit keine Fehler eingeschlichen haben? Die realistische Antwort auf diese Frage lautet: Gar nicht. Als Anfänger*in ist es jedoch extrem wichtig, das Sichern fehlerfrei zu lernen. Denn wie gesagt, kleinere Fehler schleichen sich leider ohnehin schnell ein. Idealerweise besuchst Du einige Zeit nach Deinem Kletterkurs sogar einen Auffrischungskurs, um diese Fehler sofort wieder auszumerzen. 

#3 Didaktische Kenntnisse

Mag sein, dass Deine Freund*innen gut sichern. Aber wissen sie auch, wie man die Sicherungskompetenz gut vermitteln kann? Als Trainer*innen werden wir nicht nur in den fachlichen Kompetenzen geschult. Auch die Frage, wie wir diese Kompetenzen am besten vermitteln, ist Teil unserer Ausbildung und wichtig, damit das Wissen auch wirklich hängen bleibt. Ein ganz wichtiger Aspekt beim Kletterkurs: Als Trainer*in stehen wir neben der Seilschaft. Wir klettern nicht, sondern widmen uns mit unserer ganzen Aufmerksamkeit um die Vermittlung der Sicherungskompetenz. Wir beobachten euch und werden nicht müde, immer wieder die gleichen Dinge zu wiederholen.

Denk doch einfach mal an Deinen Führerschein zurück… Wurde Dir in der Fahrschule einfach nur das Auto und der Straßenverkehr erklärt und dann durftest Du alleine losfahren? Wohl kaum! Warum also solltest Du es beim Sichern so machen? 

#4 Eine Frage der Verantwortung

Wir wollen keineswegs schwarzmalen. Zum Glück haben viele, die sich das Sichern von Freunden beibringen lassen, mehrere fleißige Schutzengel um sich herum. Zumindest oft. Doch was, wenn nicht? Wer trägt die Verantwortung für einen Unfall? Am besten ist es, wenn sich diese Frage gar nicht erst stellt. Auch wenn wir sie bislang (und hier sagen wir ganz laut toi toi toi 😉) noch nicht in Anspruch nehmen mussten, haben wir eine Trainerversicherung, die genau in solchen Fällen aufkommen würde. Weil wir darin ausgebildet sind, anderen Personen das Sichern und Klettern beizubringen. Wie gesagt, wir wünschen uns, dass wir sie nicht brauchen. Genauso wie wir uns wünschen, dass insgesamt weniger Unfälle beim Klettern passieren. 

 

Wir konnten Dich überzeugen, dass Kletterschulen eine Daseinsberechtigung haben? Dann freuen wir uns, Dich kennenzulernen. Wir konnten Dich nicht überzeugen? Dann wünschen wir Dir die besten Schutzengel, die es gibt. Passt auf euch auf!