Jedes Jahr dasselbe: Du startest motiviert mit guten Vorsätzen ins neue Jahr… Mehr Krafttraining, jeden Tag Hangboard, drei Mal pro Woche klettern, mehr Core… Und spätestens Anfang Februar bist Du – sagen wir’s ehrlich – nicht mehr so konsequent wie am 1. Januar. Damit bist Du nicht allein: Studien zeigen, dass etwa 80 % aller Neujahrs-Vorsätze schon bis Anfang Februar aufgegeben werden.
Nur ein kleiner Teil (vielleicht 8–12 %) hält seine ursprünglichen Ziele überhaupt bis zum Jahresende durch.
Warum ist das so? Weil klassische Vorsätze oft zu konkret und starr sind:
„Jeden Tag Core-Training“ hört sich auf dem Papier super an. Doch schon der erste verlorene Tag kann frustrieren.
„3x Klettern die Woche“ fühlt sich im Januar noch großartig an. Doch sobald der Alltag dazwischenfunkt, hakt’s.
Je konkreter der Plan, desto größer die Frustration beim ersten Verstoß. Und je vager, desto schneller hast Du ihn eigentlich schon vergessen.
Statt rigider Vorsätze kann ein Jahres-, Quartals- oder Monatsmotto Deine Motivation viel nachhaltiger lenken. Ob beim Training, beim Planen von Klettertrips, beim Umgang mit Frust oder vielleicht sogar bei der Auswahl der Kletterpartner*innen.
Was ist ein Kletter-Motto?
Ein kurzes, kraftvolles Wort oder ein kurzer Satz, der ausdrückt:
#1 Was Dir wirklich wichtig ist
#2 Wobei Du Dich gut fühlst
#3 Was Du mehr willst und was weniger
#4 Welche Richtung Du einschlagen möchtest
Ein Motto ist flexibel, inspirierend und hilft Dir, Entscheidungen zu treffen, ohne starre Regeln.
1. Sammle Deine Gedanken
Frag Dich:
Was will ich dieses Jahr mehr? (z. B. Beweglichkeit, Freude, Gemeinschaft)
Was will ich weniger? (z. B. Druck, Perfektion, Frust?)
Wobei fühle ich mich gut, unabhängig vom Ergebnis?
Schreib alles auf! So kommen Deine echten Wünsche ans Licht.
2. Erkenne Muster
Jetzt sieh Dir Deine Notizen an:
Welche Begriffe tauchen mehrfach auf?
Welche Gefühle willst Du häufiger spüren?
3. Finde die Schnittmenge
Suche nach Begriffen oder kurzen Phrasen, die mehrere Deiner Wünsche bündeln.
Ein Beispiel: „Flow statt Zahlen“, beispielsweise wenn in Deinen Wünschen und Zielen das gute Gefühl beim Klettern überwiegt und nicht das Ziel, höhere Schwierigeitsgrade zu erreichen.
4. Schreibe es auf
Ja, Du hast richtig gelesen. Am besten so richtig mit Stift und Papier. Zur Not geht auch ein digitales Notizbuch. Sichtbare Worte wirken stärker und geben Dir zudem die Möglichkeit, Deine Gedanken zu einem späteren Zeitpunkt nochmal nachzulesen.
5. Lebe danach
Nutze Dein Motto als Filter für Entscheidungen:
Wähle Trainingsformen, die zu Deinem Motto passen.
Plane Tage und Trips und Klettergebiete danach.
Triff Entscheidungen leichter, weil Dein Fokus klar ist.
Bestimmt wirst Du Dein eigenes Kletter-Motto finden, wenn Du Dir die Zeit nimmst und Dir Gedanken zu den oben genannten Fragen machst. Lass Dich überraschen, manchmal kommt ein Motto heraus, mit dem Du vielleicht gar nicht gerechnet hättest. Dennoch möchte ich Dir hier ein paar Beispiele nennen, wie Kletter-Motti lauten könnten. Das Wichtigste für Dich: Selbst Du Dich von einem der Motti angesprochen fühlst, überprüfe es mit Deinen ganz persönlichen Wünschen und Bedürfnissen.
„Flow statt Zahlen“
Du trainierst nicht nur, um einen bestimmten Grad zu erreichen. Du suchst den Bewegungs-Flow beim Klettern, der Dich glücklich macht. Den kannst Du mal in schwereren, mal aber auch in leichteren Routen finden.
„Leicht & stark“
Du willst Kraftaufbau, aber ohne Verbissenheit? Dann integriere beispielsweise den Zusatz „leicht“ in Dein Motto. Es wird Dir dabei helfen, Dich achtsam zu stärken und vielleicht sogar vor Verletzungen bewahren.
„Mehr fühlen, weniger müssen“
Du möchtest Dich vom Ehrgeiz anderer weniger anstecken lassen? Dann könnte Dir dieses oder ein ähnliches Motto dabei helfen, Deinen Fokus auf mehr Spaß & Bewusstsein zu lenken, statt auf ein Pflichtprogramm.
„Wachsen in Balance“
Ein mögliches Motto für alle, die gerne stärker klettern wollen, ohne dass sich das Training negativ auf andere Lebensbereiche auswirkt.
Weniger Druck: Ein Motto ist kein Gesetz, sondern ein Leitstern.
Flexibel: Du kannst es jederzeit auf neue Situationen anwenden.
Motivierender: Du entscheidest selbst, was Dir gut tut und richtest Dich nicht nach einem unrealistischen Plan.
Alltagstauglich: Selbst an stressigen Tagen oder in anstrengenden Lebensphasen passt ein Motto besser in Deinen Tag.
Vorsätze klingen gut, doch die Statistik zeigt: Sie kippen schnell in Frust um. Ein Motto hingegen begleitet Dich nachhaltig. Im Training, auf Kletterreisen und vielleicht sogar in jeder einzelnen Route. Es hilft Dir, aus echten Bedürfnissen eine konkrete, aber flexible Orientierung zu formulieren.
Also: Statt Dir starre Vorsätze zu setzen, frag Dich lieber:
Welches Gefühl will ich dieses Jahr beim Klettern am meisten haben?
Und genau daraus entsteht Dein Motto.
Wenn Du magst, kann ich Dir helfen, Dein persönliches Motto zu entwickeln.
Leni vereint bei climBe ihre Leidenschaften fürs Klettern und Yoga mit ihrem beruflichen Hintergrund in Kommunikation und systemischem Coaching. Als ehemalige Journalistin bleibt sie neugierig und geht Themen gerne tief auf den Grund. Ihre Schwerpunkte bei climBe: Mentaltraining und weiches Sichern bei großen Gewichtsunterschieden.
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